Als ich mich für diesen „Gruß vom Moin-Zentrum“ mit dem Thema Co-Creation beschäftigte, erreichte mich ein Brief von Dorothee, einer weiteren lieben Weggefährtin. Sie schreibt ein paar Worte, wie sie die Welt empfindet, in etwa so, wie ich es auch sehe und auch von ganz vielen so gehört habe. Ich darf sie zitieren: “Wo man hinschaut, scheint es den Bach runterzugehen. Verunsicherung und Ängste nehmen zu, was das Wiedererstarken reaktionärer Kräfte ermöglicht. Es kann einem angst und bange werden und es fällt schwer, die Zuversicht nicht zu verlieren, dass ein Wandel möglich wird. Aber aus meiner täglichen Arbeit weiß ich, dass oft erst eine tiefe Krise und der Zusammenbruch des Alten nötig sind, damit Veränderung und Heilung möglich werden….“
Sie schreibt dann ein wenig zu hoffnungsvollen Zeichen in der Welt, um dann zu sich selbst zu kommen: “…Ich habe in den vergangenen Jahren oft gehadert, dass ich nicht genug tue, mich gefragt, wo und wie ich meine verschiedenen Tätigkeitsfelder… zusammenbringen und sinnvoll einsetzen kann zum Wohle des Großen Ganzen.“
Auf einer Visionssuche, 2 Tage und Nächte ganz alleine im Wald in Bayern, fastend, nur mit Trinkwasser, Plane, Isomatte und Schlafsack, bekam sie eine sehr befreiende Antwort. Zunächst erschien alles wenig spektakulär, aber “…Bereits am ersten Tag fiel mein Blick auf die Ameisen, die auf meinem Platz sehr zahlreich und hochaktiv unterwegs waren. Sie transportierten das Maismehl, das ich ausgestreut hatte, um meinen Platz kenntlich zu machen. Ich habe sie stundenlang fasziniert beobachtet. Und ich habe mich gefragt,…, welche Botschaft die Ameisen für mich haben. Für mich sind Ameisen der Inbegriff der Ego-losen Arbeiterinnen. Sie stellen sich komplett in den Dienst der großen Sache und ich vermute mal, dass die einzelne Ameise nicht weiß, wie der komplexe Ameisenbau aufgebaut werden muss. Sie macht einfach, was gerade getan werden muss, und wenn es ist, Maismehl in den Bau zu transportieren.
So darf auch ich tun, was gerade getan werden will, im Vertrauen, dass es eine ordnende Kraft gibt, die um die großen Zusammenhänge weiß. Ich selbst muss nicht alles verstehen. Wenn ich mit offenem Herzen und Sinnen durch mein Leben gehe, werde ich spüren, was mein „Maismehl“, meine Aufgabe ist, um mich dann mit ganzem Herzen und all meinen Fähigkeiten dieser Aufgabe anzunehmen. Um deren Platz im Großen Ganzen muss ich mich nicht kümmern. Diese Erkenntnis macht mein Leben gerade so viel leichter…“ (Dr. Dorothee Radtke, aus ihrem Jahresbrief, 15.12.2024)
Vielleicht habt ihr euch beim Lesen gefragt, was das denn nun mit Co-Creation zu tun habe?
Ich hatte ganz einfach die Idee, dass wir auf genau diese Art und Weise, wie Dorothee es beschreibt, in „Co-Creation“ eine neue Welt erschaffen können. Jeder ist ganz bei sich und bringt genau das in die Welt, was aus dem Herzen kommend ihm Freude bereitet und es deshalb auch genau der richtige Ausdruck desjenigen ist, den die Welt braucht, um sich zu wandeln. Dazu fällt mir noch wieder das schöne Bild vom großen Puzzle der Welt, des Lebens ein, wovon jeder Einzelne ein kleines, aber unverwechselbares, einzigartiges Puzzleteil ist. Und keines darf fehlen. Alle werden gebraucht für das Ganze. Ist das keine großartige Co-Creation?
In Liebe und Verbundenheit, Dorothee und Susanne-Goya
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